Wer kennt diesen Spiele-Klassiker nicht? Wir wünschen viel Spaß mit unserer Version von Mahjong Solitaire und wünschen Ihnen eine angenehme kurze Auszeit.
Mahjong
Klassisches Mahjong Solitaire
Mahjong Solitaire – Geschichte, Herkunft und Spielregeln
Mahjong Solitaire ist ein beliebtes Computerspiel, das auf den ersten Blick wie ein traditionelles chinesisches Brettspiel wirkt. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine moderne Variante, die zwar die Spielsteine des chinesischen Mahjong verwendet, mit dem ursprünglichen Mahjong-Spiel aber nur wenig gemeinsam hat. Ziel ist es, alle Steine eines vorgegebenen Spielfeldes durch das Bilden gleicher Paare abzuräumen. Das Spiel verbindet dabei einfache Regeln mit Aufmerksamkeit, Planung und einer gewissen Portion Glück.
Die Herkunft von Mahjong
Um Mahjong Solitaire zu verstehen, muss man zunächst zwischen Mahjong und Mahjong Solitaire unterscheiden. Das traditionelle Mahjong ist ein Gesellschaftsspiel für gewöhnlich vier Personen, das vermutlich im China des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Es wird mit einem Satz von Spielsteinen gespielt, auf denen unter anderem Bambus-, Kreis- und Zeichen-Symbole sowie verschiedene Ehrensteine abgebildet sind. Im Laufe des 20. Jahrhunderts verbreitete sich Mahjong auch außerhalb Chinas und wurde insbesondere in Japan, den USA und Europa bekannt.
Mahjong Solitaire entstand dagegen wesentlich später. Das Spiel wurde 1981 von Brodie Lockard entwickelt und zunächst unter dem Namen „Mah-Jongg“ auf dem Computer PLATO veröffentlicht. PLATO war ein frühes computergestütztes Lern- und Kommunikationssystem, das an der University of Illinois entwickelt wurde. Lockard orientierte sich bei seinem Spiel an einem chinesischen Spiel, das ihm sein Vater gezeigt hatte, und kombinierte dessen Spielsteine mit einem neuen Prinzip des paarweisen Abräumens.
Den großen Durchbruch erlebte Mahjong Solitaire jedoch erst einige Jahre später. 1986 veröffentlichte Activision eine Version für Personal Computer unter dem Namen Shanghai. Dieses Spiel wurde sehr erfolgreich und trug wesentlich dazu bei, dass das Spielprinzip weltweit bekannt wurde. Seitdem gibt es unzählige Varianten für Computer, Smartphones und Tablets.
Das Spielfeld
Das typische Mahjong-Solitaire-Spiel besteht aus 144 Spielsteinen. Diese werden zu einer bestimmten Figur aufeinandergelegt. Eine der bekanntesten Anordnungen ist die sogenannte „Schildkröte“, bei der die Steine von oben betrachtet eine ungefähr schildkrötenartige Form bilden.
Die Steine liegen teilweise übereinander. Dadurch sind manche Steine vollständig sichtbar, während andere von darüberliegenden Steinen verdeckt werden. Genau diese Anordnung macht das Spiel interessant: Ein Paar kann zwar auf dem Spielfeld vorhanden sein, aber möglicherweise kann einer der beiden Steine noch gar nicht genommen werden.
Die Spielsteine entsprechen weitgehend denen des traditionellen Mahjong. Es gibt beispielsweise:
- Kreis- oder Punktsteine
- Bambussteine
- Zeichensteine
- Winde
- Drachen
- Blumen
- Jahreszeiten
Allerdings werden diese Symbole beim Solitaire nicht in der gleichen Weise verwendet wie beim traditionellen Mahjong.
Die Grundregeln
Die Regeln von Mahjong Solitaire sind relativ einfach. Zu Beginn liegen alle Steine auf dem Spielfeld. Der Spieler muss Paare gleicher Steine finden und entfernen, bis möglichst das gesamte Spielfeld leer ist.
Dabei gelten zwei entscheidende Bedingungen:
Erstens müssen die beiden Steine zusammenpassen.
Zwei identische Steine bilden normalerweise ein gültiges Paar. Bei den Blumen- und Jahreszeitensteinen gibt es in den klassischen Regeln eine Besonderheit: Sie müssen nicht unbedingt identisch sein. Beispielsweise können zwei verschiedene Blumen miteinander kombiniert werden, weil sie derselben Kategorie angehören.
Zweitens müssen die Steine frei sein.
Ein Stein darf nur entfernt werden, wenn er von keinem anderen Stein bedeckt wird und mindestens eine seiner beiden langen Seiten – links oder rechts – frei liegt. Ein Stein, der zwischen anderen Steinen eingeschlossen ist, kann also nicht ausgewählt werden.
Nachdem ein Paar entfernt wurde, werden die darunterliegenden Steine sichtbar und können möglicherweise ebenfalls genutzt werden. Auf diese Weise entsteht eine Kette von Entscheidungen: Jeder entfernte Stein kann neue Möglichkeiten eröffnen.
Ein Beispiel
Angenommen, auf dem Spielfeld befinden sich zwei identische Bambus-Steine. Liegt einer der beiden jedoch vollständig unter einem anderen Stein, kann das Paar noch nicht entfernt werden. Der Spieler muss zunächst einen Weg finden, den darüberliegenden Stein zu beseitigen.
Vielleicht kann dieser wiederum mit einem anderen freien Stein kombiniert werden. Nach dessen Entfernung wird der darunterliegende Bambus-Stein frei. Erst jetzt kann das ursprüngliche Paar entfernt werden.
Darin liegt der eigentliche Reiz von Mahjong Solitaire: Nicht jedes mögliche Paar sollte sofort entfernt werden. Ein scheinbar guter Zug kann später dazu führen, dass wichtige Steine blockiert bleiben.
Strategie statt reines Glück
Obwohl Mahjong Solitaire auf den ersten Blick wie ein einfaches Zuordnungsspiel aussieht, spielt die Strategie eine wichtige Rolle. Ein guter Spieler versucht nicht nur, möglichst schnell ein Paar zu finden. Er überlegt vielmehr, welche Auswirkungen ein Zug auf die nächsten Spielzüge haben wird.
Besonders wichtig ist es, Steine zu entfernen, die andere Steine verdecken. Solche Steine besitzen einen hohen strategischen Wert, weil ihre Entfernung mehrere neue Möglichkeiten schaffen kann.
Außerdem sollte man vermeiden, die letzte verfügbare Kombination eines wichtigen Steins zu früh zu verbrauchen. Wenn beispielsweise zwei verschiedene Paare möglich sind, kann die Wahl des einen Paares dazu führen, dass später ein anderer Stein nicht mehr zugänglich ist.
Bei manchen Varianten ist das Spiel deshalb nicht immer lösbar. Je nachdem, wie die Steine angeordnet und verteilt wurden, kann eine Situation entstehen, in der keine gültigen Paare mehr vorhanden sind, obwohl noch Steine auf dem Spielfeld liegen. Moderne Computerspiele bieten deshalb teilweise Funktionen wie Rückgängig, Hinweise oder neu gemischte Steine an.
Unterschied zum traditionellen Mahjong
Die Namensähnlichkeit führt häufig zu einem Missverständnis. Mahjong Solitaire ist kein Mahjong für eine Person. Beim traditionellen Mahjong treten mehrere Spieler gegeneinander an und versuchen, bestimmte Kombinationen zu bilden. Dabei spielen Strategie, Wahrscheinlichkeiten und die Aktionen der Mitspieler eine Rolle.
Bei Mahjong Solitaire gibt es dagegen keinen Gegner. Das Spiel ist ein Puzzle, bei dem das gesamte Spielfeld abgeräumt werden soll. Die Gemeinsamkeit besteht hauptsächlich darin, dass die charakteristischen Mahjong-Steine verwendet werden.
Man könnte deshalb sagen: Das traditionelle Mahjong ist ein Gesellschafts- und Strategiespiel, während Mahjong Solitaire ein logisches Kombinationsspiel ist.
Die Entwicklung zum Computerspiel
Die Geschichte von Mahjong Solitaire zeigt zugleich, wie Computerspiele traditionelle Spielelemente neu interpretieren können. Durch die Verwendung der bekannten chinesischen Spielsteine erhielt das Spiel ein exotisches und leicht wiedererkennbares Erscheinungsbild. Die Regeln selbst wurden jedoch so stark vereinfacht, dass sie auch ohne Kenntnisse des traditionellen Mahjong verständlich sind.
Mit der Verbreitung von Windows, später des Internets und schließlich von Smartphones wurde Mahjong Solitaire zu einem der bekanntesten Casual Games. Heute existieren zahlreiche Versionen mit unterschiedlichen Spielfeldern, Schwierigkeitsgraden, Zeitlimits und Punktesystemen.
Fazit
Mahjong Solitaire ist ein gutes Beispiel dafür, wie aus einer traditionellen Spielkultur ein völlig neues Spiel entstehen kann. Seine Wurzeln liegen zwar in den Spielsteinen und der Gestaltung des chinesischen Mahjong, das eigentliche Solitaire-Spiel entstand jedoch erst im Computerzeitalter. Brodie Lockards Version von 1981 auf dem PLATO-System gilt als wichtiger Ausgangspunkt; durch die erfolgreiche Veröffentlichung von Shanghai im Jahr 1986 wurde das Spiel anschließend einem großen Publikum bekannt.
Seine anhaltende Beliebtheit lässt sich leicht erklären: Die Regeln sind schnell verstanden, gleichzeitig verlangt das Spiel Konzentration, räumliches Denken und vorausschauende Planung. Aus dem einfachen Prinzip „Finde zwei gleiche Steine“ entsteht dadurch ein überraschend anspruchsvolles Puzzle. Mahjong Solitaire verbindet somit traditionelle Ästhetik mit moderner Spielmechanik – und genau diese Mischung macht seinen besonderen Reiz aus.
